Zeitreihen 2024–2029

Alle Trends im Überblick — 6 Jahre Finanzdaten aus dem Haushaltsplan 2026

← Zurück zur Finanzübersicht · Diese Seite zeigt die 6-Jahres-Zeitreihen aus dem Gesamtergebnishaushalt (S. 129) und weiteren Quellen.

📈 Steuereinnahmen 2024–2029

Woher kommt Schrambergs Geld? Die vier wichtigsten Steuerarten über sechs Jahre — direkt aus dem Haushaltsplan 2026 (S. 129, Gesamtergebnishaushalt komprimiert).

Steuereinnahmen pro Jahr

2024 Ist
39,6 Mio.
39,64 Mio. €
2025 Plan
39,4 Mio.
39,38 Mio. €
2026 Plan
40,2 Mio.
40,23 Mio. €
2027 Prog.
45,2 Mio.
45,23 Mio. €
2028 Prog.
48,4 Mio.
48,39 Mio. €
2029 Prog.
50,6 Mio.
50,56 Mio. €

Aufschlüsselung nach Steuerart

Steuerart 2024 (Ist) 2025 2026 2027 2028 2029
Gewerbesteuer 18,28 17,30 16,60 20,00 22,00 24,00
Einkommensteuer 13,13 13,71 14,38 15,03 15,64 16,47
Umsatzsteuer 3,21 3,25 3,96 4,88 5,38 4,70
Grundsteuer B 3,34 3,40 3,40 3,40 3,40 3,40
Gesamt 39,64 39,38 40,23 45,23 48,39 50,56

Alle Angaben in Mio. €. Quelle: Haushaltsplan 2026, S. 129.

Rechberg-Einordnung: Die Steuereinnahmen stagnieren 2024–2026 bei ~40 Mio. € und sollen dann bis 2029 auf 50 Mio. springen — ein Anstieg von 25%. Das setzt voraus, dass die Gewerbesteuer von 16,6 auf 24 Mio. steigt (+44%). Die Einkommensteuer ist der stabilste Posten: sie wächst stetig um ~5% pro Jahr. Die Grundsteuer B bleibt trotz Hebesatz-Erhöhung 2025 (380→470%) konstant bei 3,4 Mio. — die Reform war aufkommensneutral.

📈 Gewerbesteuer — die ganze Geschichte

Von 31,4 Mio. (Spitzenwert 2023) auf 16,6 Mio. (Plan 2026) — ein Absturz um 47%. Die Zeitreihe zeigt: Der Einbruch kam 2024, die Erholung ist Hoffnung.

Spitzenwert 2023

31,4 Mio. €
Bestes Jahr der jüngeren Geschichte

Tiefpunkt 2026 (Plan)

16,6 Mio. €
Voranmeldungen sogar nur 15,1 Mio.

Gewerbesteuer 2022–2029

2022 Ist
29,7
29,7 Mio. €
2023 Ist
31,4
31,4 Mio. €
2024 Ist
18,3
18,28 Mio. €
2025 Plan
17,3
17,30 Mio. €
2026 Plan
16,6
16,60 Mio. €
2027 Prog.
20,0
20,00 Mio. €
2028 Prog.
22,0
22,00 Mio. €
2029 Prog.
24,0
24,00 Mio. €

Hinweis: Für 2024 gibt es zwei Zahlen: 18,28 Mio. € (Ergebnishaushalt, Haushaltsplan S. 129) und 17,64 Mio. € (Kassenstatistik, Stat. Landesamt BW). Die Differenz ergibt sich aus unterschiedlichen Stichtagen und Abgrenzungen. Beide bestätigen: Der Einbruch gegenüber 2023 (31,4 Mio.) betrug ~42%, nicht die früher genannten ~54%.

Rechberg-Bewertung: Die Kämmerer-Prognose rechnet mit einer Rückkehr auf 24 Mio. € bis 2029 — das wäre +44% gegenüber 2026. CDU-Fraktionschef Brantner „wundert sich“ über diesen Optimismus. Die gesamte mittelfristige Finanzplanung steht und fällt mit dieser Wette. Ein weiterer Einbruch wie 2024 (Großbetrieb fordert Millionen zurück) würde die Planung sprengen.

Einnahmen vs. Ausgaben

Die entscheidende Frage: Reicht das Geld für den laufenden Betrieb? Die Gegenüberstellung von ordentlichen Erträgen und Aufwendungen zeigt: Nur 2027 wird ein Überschuss erwartet.

2024
66,1
74,6
-8,57 Mio.
2025
65,9
74,6
-8,66 Mio.
2026
75,3
75,3
-0,05 Mio.
2027
82,5
79,8
+2,73 Mio.
2028
83,1
84,6
-1,59 Mio.
2029
82,7
88,6
-5,90 Mio.

Ordentliche Erträge    Ordentliche Aufwendungen    Angaben in Mio. €

Kennzahl 2024 (Ist) 2025 2026 2027 2028 2029
Ordentl. Erträge 66,11 65,92 75,26 82,48 83,05 82,69
Ordentl. Aufwand 74,56 74,59 75,30 79,75 84,64 88,59
Gesamtergebnis -8,57 -8,66 -0,05 +2,73 -1,59 -5,90
Personalkosten 21,82 23,64 23,83 24,06 24,31 24,55
Sachkosten 14,13 13,74 14,00 13,30 13,42 13,15
Transferaufwand 28,17 27,09 27,03 31,67 35,77 39,37
— Kreisumlage 11,73 13,75 10,99 10,43 14,18 16,06
— FAG-Umlage 10,30 11,29 7,73 7,02 9,45 10,92

Alle Angaben in Mio. €. Quelle: Haushaltsplan 2026, S. 129.

Der wahre Sprengsatz: Die Transferaufwendungen explodieren von 27 auf 39 Mio. € bis 2029 — das sind +44% in drei Jahren. Haupttreiber ist die Kreisumlage, die mit 2 Jahren Verzögerung auf steigende Steuerkraft reagiert — ein Teufelskreis: Je mehr Schramberg einnimmt, desto mehr geht an den Kreis. 2029 frisst der Transferaufwand allein 44% aller Aufwendungen.

📊 Hebesätze 2015–2025

Die Steuerhebesätze bestimmt der Gemeinderat. Sie zeigen: Bei der Gewerbesteuer hat sich seit 2019 nichts getan. Bei der Grundsteuer kam 2025 die große Reform.

JahrGrundsteuer AGrundsteuer BGewerbesteuer
2015340%360%340%
2016340%360%355%
2017340%380%355%
2018340%380%355%
2019340%380%380%
2020340%380%380%
2021340%380%380%
2022340%380%380%
2023340%380%380%
2024340%380%380%
2025 430% (+90) 470% (+90) 380%

Quelle: GENESIS-Online BW, Tabelle 71517_0005. Hebesatz-Erhöhung 2025: Gemeinderatsbeschluss vom 28.11.2025 (aufkommensneutral zur Grundsteuerreform).

Was heißt das? Die Grundsteuer-Reform 2025 war aufkommensneutral — die Stadt nimmt trotz höherem Hebesatz nicht mehr ein, weil sich die Bemessungsgrundlage geändert hat. Grundsteuer B bringt weiterhin ~3,4 Mio. €/Jahr. Die Gewerbesteuer bei 380% ist seit 2019 unverändert — eine Erhöhung könnte Unternehmen vertreiben und wäre in der aktuellen Krise politisch kaum durchsetzbar.

Verschuldung & Liquidität im Zeitverlauf

Die zwei kritischsten Zeitreihen: Wie sich die Schulden anhäufen und das Geld auf dem Konto verschwindet.

Schuldenstand Kernhaushalt (31.12.)

2026
12,8 Mio.
12.822.500 €
2027
17,5 Mio.
17.522.500 €
2028
31,1 Mio.
31.122.500 €
2029
33,2 Mio.
33.200.500 €

2028 ist das kritische Jahr: 13,6 Mio. € Neuverschuldung (Schulcampus + Gymnasium). Die Verschuldung des Kernhaushalts verzehnfacht sich von 3,6 Mio. (Anfang 2026) auf 33,2 Mio. (Ende 2029).

Liquide Eigenmittel

Anf. 2025
15,8 Mio.
15.815.718 €
Ende 2025
6,8 Mio.
6.834.278 €
Ende 2026
2,0
2.000.000 €
Ende 2027
2,4
2.428.300 €
Ende 2028
1,5
1.494.560 €
Ende 2029
⚠ -1,35
-1.354.040 €

Gesetzliche Mindestliquidität 2026: 1.309.064 € — wird ab 2029 unterschritten.

Rechberg-Bewertung: Zwei gegenläufige Kurven, die auf eine Kollision zusteuern. Während die Schulden des Kernhaushalts von 3,6 auf 33,2 Mio. € explodieren, schmilzt die Liquidität von 15,8 Mio. auf unter Null. Ab 2029 kann die Stadt laufende Rechnungen nicht mehr aus eigenen Mitteln bezahlen. Das ist keine hypothetische Warnung — es ist die eigene Finanzplanung der Stadt. Dazu kommt: Die konsolidierte Verschuldung (inkl. Eigenbetriebe) liegt Ende 2026 bereits bei 63,3 Mio. €.
Quellen dieser Seite:

Die Aufbereitung und Einordnungen stammen von Rechberg (KI). Bei wichtigen Entscheidungen immer offizielle Quellen der Stadt Schramberg konsultieren.