Das Problem auf einen Blick
Schrambergs Gewerbesteuer ist von ~31 Mio. EUR (2022) auf geplante 16,6 Mio. EUR (2026) eingebrochen — ein Rückgang von 47%. Ein Teil ist Konjunktur. Aber ein struktureller Teil ist Firmenabwanderung, vor allem ins nahe Dunningen.
4 Firmen
abgewandert
Haas, Längle, hitcom, Celebrate
~260 Jobs
verloren
+ 157 durch ArteM-Insolvenz
1–3 Mio. €/Jahr
entgangene Gewerbesteuer
Schätzung auf Basis Dunningen-Korrelation
380% vs. 340%
Hebesatz-Differenz
Schramberg vs. Dunningen
Dazu kommt die Automobilkrise: Kern-Liebers, SW, Schweizer Electronic, MS-Schramberg — bis zu 750 weitere Arbeitsplätze in Gefahr. Schramberg verliert auf zwei Ebenen gleichzeitig.
→ Schrambergs aktuelle Finanzlage · → Zeitreihen 2024–2029
Wer ist gegangen?
Vier Firmen haben Schramberg nachweislich verlassen. Dazu kommt eine Insolvenz mit 157 verlorenen Arbeitsplätzen. Jeder Fall erzählt eine eigene Geschichte — aber die Muster wiederholen sich.
Haas Kabeltechnik — Sulgen → Dunningen (2017, ~100 MA)
2014
Anfrage an Stadt
Blieb unbeantwortet
3 Mio. €
Investition Neubau
2.800 m² in Holzbauweise
Haas Kabeltechnik brauchte Erweiterungsfläche in Sulgen. Die Anfrage an die Stadt Schramberg im Jahr 2014 blieb unbeantwortet. Dunningens Verwaltung kümmerte sich — und Haas investierte 3 Mio. EUR in einen Neubau in Kirchöhren-Nord.
„Die Stadt hat sich nicht sonderlich für seine Nöte interessiert.“
— Schwabo über den Haas-Inhaber
„Die Firma muss das Gefühl gewinnen, die Gemeinde will mich.“
— BM Peter Schumacher, Dunningen
Quellen
Celebrate Digital Printing — Sulgen → VS-Schwenningen (2022, ~120 MA)
70 Mio. €
Umsatz (Rekord)
Wachstumsfirma verliert Schramberg
Kein Gebäude
verfügbar
Stadt bot Grundstück in Waldmössingen
Celebrate (die „Kartenmacherei“) hatte Rekordumsätze und brauchte mehr Platz. Die Stadt bot ein Grundstück in Waldmössingen an — aber die Firma brauchte ein bestehendes Gebäude. In VS-Schwenningen fanden sie eins: 5.000 m² plus 5.000 m² Erweiterungsoption.
„Wäre gern in Schramberg geblieben.“
— GF Leibold, Celebrate Digital Printing
Quellen
Gärtnerei Längle — Sulgen → Dunningen-Seedorf (2014–2018, ~36 MA)
2012
Gerichtlicher Vergleich
Landwirtschaftsgericht Rottweil
3 Mio. €
Neubau in Dunningen
Seedorf: neue Gewächshäuser
Die Stadt brauchte Längles Gelände für das Gewerbegebiet Madenwald. Längle wollte 1–2 Jahre länger bleiben — die Stadt verweigerte. Es kam zum Vergleich vor dem Landwirtschaftsgericht. Längle investierte 3 Mio. EUR in einen Neubau in Dunningen.
Die Ironie: Das Gewerbegebiet Madenwald wurde 2020 fertig erschlossen — und stand dann jahrelang brach. Die Gärtnerei war längst weg.
Quellen
hitcom GmbH — Schramberg → Dunningen (~2008–10, 19+ MA)
Steffen Hemberger gründete hitcom ~2000 in Schramberg. Das IT-Unternehmen für kommunale Webportale wuchs schnell auf über 400 kommunale Kunden in BW. Für den Neubau ging es nach Dunningen.
Quellen
ArteM / Möbel Moser — Waldmössingen: GESCHLOSSEN (2017, 157 MA)
Keine Abwanderung, sondern Insolvenz: Der Hülsta-Konzern schloss das Werk mit 100 Jahren Geschichte. 157 Arbeitsplätze gingen verloren (Spitze: 400 MA). Die ~600 m lange Produktionshalle steht seither leer.
Quellen
Automobilkrise — die zweite Front
Parallel zur Abwanderung trifft Schramberg eine massive Krise der Automobilzulieferer. Sechs große Arbeitgeber bauen Stellen ab oder stecken in der Verlustzone.
| Firma |
Standort |
Beschäftigte |
Bedrohte Jobs |
| Kern-Liebers |
Sulgen |
~1.100 |
bis 430 |
| SW Werkzeugmaschinen |
Waldmössingen |
~800 |
bis 150 |
| Schweizer Electronic |
Sulgen |
~500 |
70–100 |
| MS-Schramberg |
Sulgen |
~500 |
unklar |
| hGears AG |
Sulgen |
~300 |
unklar |
| Trumpf |
Sulgen |
~300 |
unklar |
Geschätzt bis zu 750 Arbeitsplätze in Gefahr (auf Basis öffentlicher Aussagen). Kern-Liebers, einst größter Arbeitgeber, ist in der Verlustzone und aus dem Arbeitgeberverband Südwestmetall ausgetreten.
Quellen Automobilkrise
Warum gehen Firmen?
Aus den dokumentierten Fällen lassen sich 7 strukturelle Ursachen destillieren. Kein Einzelfall — es ist ein Muster.
1
Null verfügbare Gewerbeflächen
Die Stadt schreibt selbst auf ihrer Website: „Aktuell stehen aufgrund der hohen Nachfrage keine Gewerbeflächen mehr zur Verfügung.“ Celebrate-GF: „Wäre gern in Schramberg geblieben.“
2
Langsame Verwaltung
Haas-Anfrage 2014 blieb unbeantwortet. Schönbronn II: fast 10 Jahre seit Aufstellungsbeschluss. STEP 2040 vom Gemeinderat blockiert.
3
Fehlplanung Madenwald
Gärtnerei 2018 gerichtlich verdrängt — Gewerbegebiet 2020 fertig — dann jahrelang brach. Hätte man der Gärtnerei nicht etwas entgegenkommen können?
4
Innovationspark: 15-Jahres-Vision
45–60 ha geplant, braucht FNP-Revision. Gemeinderat teils skeptisch („weit überdimensioniert“). Derweil: null freie Flächen heute.
5
Höchster Hebesatz im Umland (380%)
Dunningen: 340%. Aichhalden: 350%. Zimmern: 360%. Hardt: 340%. Schiltach: 320%. Schramberg liegt gemeinsam mit Rottweil am höchsten.
6
Dunningens Service-Mentalität
BM Schumacher: „Wir investieren erst 1,5 Mio. EUR, bevor ein Euro Gewerbesteuer zurückkommt.“ Hebesatz seit 2005 unverändert. Geringste Verschuldung im Kreis.
7
Wirtschaftsförderung: strukturelle Schwächen
Nicht untätig — aber 80 Ansiedlungsanfragen bei null Flächen. H.A.U.-Sanierung (10 Mio. EUR) bindet Ressourcen. Gutachter monieren Doppelstrukturen. Ausführliche Analyse unten ↓
Gewerbesteuer: 15 Jahre Achterbahn
Die Gewerbesteuer ist Schrambergs wichtigste Einnahmequelle — und zugleich die unberechenbarste. Von 8 Mio. in der Finanzkrise bis 31 Mio. im Rekordjahr: Faktor 4 auf 14 Jahre.
~8 Mio.
Tiefpunkt 2009
Finanzkrise
31 Mio.
Rekord 2022/23
Doppelrekord
16,6 Mio.
Plan 2026
-47% vom Rekord
Gewerbesteuer Schramberg 2009–2029
Ist = amtlich/Presse Plan = Haushaltsplan Prognose = mittelfristige Finanzplanung. Quellen: Realsteuervergleich 2024 (Stat. LA BW), NRWZ, Schwabo, Haushaltspläne.
Das Muster ist klar: Boom (2017–2019), Corona-Einbruch (2021), Doppelrekord (2022/23), dann Absturz. Kämmerer Walter: „In früheren Jahren nahm Schramberg um die 25 Millionen ein.“ — Davon ist die Stadt 2026 weit entfernt.
Hebesatz-Geschichte: Prozyklisch statt stabil
Schramberg erhöht den Hebesatz, wenn es schlecht läuft — und senkt ihn, wenn es gut läuft. Dunningen macht das Gegenteil: seit 2005 stabil bei 340%.
| Jahr |
Hebesatz |
Änderung |
Anlass |
| bis 2009 |
340% |
— |
Vorkrisen-Niveau |
| 2010 |
360% |
+20 Pkt. |
„Dramatische Notlage“ nach Finanzkrise |
| 2013 |
340% |
−20 Pkt. |
Versprechen von 2010 eingelöst |
| 2016 |
355% |
+15 Pkt. |
„Letztes Mal“ versprochen |
| 2023 |
380% |
+25 Pkt. |
Konsolidierungspaket (CDU wollte nur 360%) |
Der Hebesatz-Irrtum: In guten Jahren (2013) wird Attraktivität verschenkt, in schlechten (2010, 2023) werden Betriebe zusätzlich belastet. Das Ergebnis: 380% Hebesatz bei nur 856 €/Kopf — weniger als Dunningen mit 340%.
Gewerbesteuer im Vergleich
Der Realsteuervergleich 2024 des Statistischen Landesamts zeigt: Schramberg hat trotz des höchsten Hebesatzes nur mittelmäßige Pro-Kopf-Einnahmen.
Pro-Kopf-Gewerbesteuer im Kreis Rottweil (2024)
Aichhalden
1.254 € (350%)
Wellendingen
1.198 € (340%)
Zimmern o.R.
1.061 € (360%)
LK Rottweil Ø
977 € (~348%)
Schiltach (8.586 €/Kopf bei 320% Hebesatz) nicht dargestellt — Ausreißer durch Hansgrohe-Hauptsitz. Quelle: Statistisches Landesamt BW, Realsteuervergleich 2024.
Landesweite Einordnung
Schramberg fällt in die Größenklasse 20.000 bis 50.000 Einwohner (kreisangehörige Gemeinden BW). Der Vergleich:
| Vergleichsgröße |
Steuerkraft |
| Schramberg (20.607 EW) |
856 €/Kopf GewSt (380% Hebesatz) |
| LK Rottweil Ø |
977 €/Kopf GewSt — Schramberg liegt 12% darunter |
| BW kreisangeh. 20–50T EW Ø |
~850–1.000 €/Kopf GewSt — Schramberg am unteren Rand |
Quelle: GENESIS-Online BW, Tabelle 71517_0004 (2024). Schramberg ist trotz höchstem Hebesatz im Umland nur durchschnittlich bis leicht unterdurchschnittlich.
Dunningen vs. Schramberg — eine gegenläufige Entwicklung
| Jahr |
Schramberg |
Dunningen |
Trend |
| 2016 |
~20 Mio. € |
~2,4 Mio. € |
|
| 2018 |
23,2 Mio. € |
~5,3 Mio. € |
Dunn: +120% |
| 2022 |
~31 Mio. € |
~4,1 Mio. € |
|
| 2023 |
31 Mio. € |
— |
|
| 2024 |
17,6 Mio. € |
6,1 Mio. € |
SR: -43% |
| 2025 |
~17,3 Mio. € (Plan) |
~7,9 Mio. € (Ist!) |
Dunn: +29% |
| 2026 |
16,6 Mio. € (Plan) |
8,0 Mio. € (Plan) |
|
Während Schrambergs Gewerbesteuer seit 2022 um 47% einbrach, hat Dunningen seine von ~2,4 Mio. (2016) auf 8 Mio. EUR (2026) verdreifacht. Nicht alles davon sind ex-Schramberger Firmen — aber ein erheblicher Teil.
Quellen Gewerbesteuer-Daten
Gewerbeflächen-Chronologie
Schrambergs Gewerbeflächen-Entwicklung im Überblick — von der Fehlplanung Madenwald bis zur Vision Innovationspark.
Madenwald / Sulgen-Ost
2012
Vergleich Längle vs. Stadt vor Landwirtschaftsgericht Rottweil
2016
Gemeinderat beschließt Bebauungsplan Madenwald
2018
Längle muss Gewächshäuser räumen → geht nach Dunningen
Nov 2019
Spatenstich Erschließung
Sommer 2020
Erschließung abgeschlossen
Jan 2024
„Bis auf ein Grundstück alle verkauft“ — aber noch keine Bautätigkeit!
Dez 2024
Bebauungsplan endlich rechtskräftig
Schönbronn II
Fast 10 Jahre seit Aufstellungsbeschluss. Kurz vor Finalisierung (2024/25). Für ein Transport- und Baggerunternehmen — Standortsicherung.
Innovationspark Schwarzwald (Schießäcker/Wittum)
~2020
Idee im Rahmen der LGS-Bewerbung
2023
Rahmenplan Sulgen im AUT vorgestellt
2024
GMA-Gutachten: 45 ha Gewerbeflächen in 15 Jahren nötig. Umbenennung „Innovationspark Schwarzwald“
Nov 2024
Gemeinderat bewilligt Weiterentwicklung (mit Gegenstimmen)
2025
STEP 2040 vom Gemeinderat blockiert. FNP-Revision nötig — Jahre bis zur Realisierung.
Quellen Gewerbeflächen
80 Anfragen, null Flächen — die fehlende Zuwanderung
Das Dossier wäre unvollständig, wenn es nur die Abwanderung zeigt. Denn Schramberg hat auch ein Zuwanderungsproblem: Firmen wollen kommen — aber können nicht.
80 pro Jahr
Ansiedlungsanfragen
Laut Heinzelmann im AUT (Nov 2025)
0 ha
Freie Gewerbeflächen
Eigenaussage der Stadt auf schramberg.de
45 ha
Bedarf in 15 Jahren
GMA-Gutachten 2024
15+ Jahre
Bis Innovationspark
FNP-Revision + Wasserrecht unklar
Die Rechnung ist einfach: 80 Ansiedlungsanfragen pro Jahr, null Flächen verfügbar. Selbst wenn nur 10% davon zu konkreten Ansiedlungen führen würden — das wären 8 neue Unternehmen pro Jahr, die Schramberg an andere Kommunen verliert. Nicht weil die Wifö schlecht arbeitet, sondern weil es physisch keine Flächen gibt.
Was wissen wir über die 80 Anfragen?
Die Zahl 80 Ansiedlungsanfragen pro Jahr nannte Wirtschaftsförderer Ralf Heinzelmann im Ausschuss für Umwelt und Technik (AUT). In der Haushaltsdebatte November 2025 griff Jürgen Reuter (Aktive Bürger) die Zahl auf und unterbrach Heinzelmann mehrfach — OBin Eisenlohr erteilte daraufhin einen Ordnungsruf. Die Zahl ist also politisch aufgeladen.
Bereits im Januar 2024 berichtete die Stadt von einer „zweistelligen Anzahl von Ansiedlungsanfragen“, die nicht alle ins Gebiet Sulgen-Ost passten. Die Wifö versucht, Firmen auf andere Standorte zu verteilen: Webertal III, IKGI Seedorf-Waldmössingen, Hirtenwald. Aber: „Nach wie vor übersteigt die Nachfrage das Angebot.“
Was für Firmen sind das? Konkrete Namen sind vertraulich. Aber aus dem GMA-Gutachten und den Gemeinderatsdebatten lassen sich die Bedarfe ablesen:
- Produzierende Unternehmen mit Flächenanforderungen, die Sulgen-Ost nicht bedienen kann
- Handel im „mittleren Größensegment“: Laut GMA fehlen in Schramberg Drogerie, Zoomarkt, Elektrowaren und ein Baumarkt. Einzugsbereich ~50.000 Einwohner — genug für Ansiedlungen
- Erweiterungen bestehender Betriebe: Heinzelmann nennt Hirtenwald und Webertal III als Ausweichstandorte — ein Zeichen, dass auch lokale Firmen wachsen wollen
- Standort-Anfragen über die Landesagentur BW-i: Heinzelmann vertritt Schramberg aktiv beim Städtetag und kennt die landesweiten Vermittlungsprozesse
„Niemand kauft ein Auto, wenn man ihm sagt: Du bekommst es zu 95 Prozent in sechs Monaten, aber wann der Fahrersitz kommt, ist völlig unklar.“
— Ralf Heinzelmann im Staatsanzeiger BW, über Planungssicherheit für Investoren
Wo gehen diese Firmen hin?
Die Firmen, die in Schramberg keine Fläche finden, verschwinden nicht. Sie gehen dorthin, wo Flächen da sind:
- Dunningen: Kirchöhren-Nord sukzessive erweitert, IKGI fast ausverkauft → 147.400 m² Erweiterung einstimmig beschlossen. Gewerbesteuer verdreifacht.
- VS-Schwenningen: Celebrate fand dort ein passendes Gebäude, 120 Arbeitsplätze mitgenommen.
- Rottweil, Oberndorf, Zimmern: Alle mit niedrigeren Hebesätzen und verfügbaren Flächen.
Heinzelmann betont im Staatsanzeiger: „Die Unternehmen brauchen ein Gesamtpaket — Wohnraum, Kitas, Schulen, ÖPNV, erneuerbare Energien, schnelles Internet.“ Flächen allein reichen nicht. Aber ohne Flächen geht gar nichts.
Was die Wirtschaftsförderung tut — und was sie nicht kann
Der Eigenbetrieb Wirtschaftsförderung (seit 2020, Leiter: Ralf Heinzelmann seit 2021, zuvor Manfred Jungbeck 2014–2021) ist nicht untätig. Im Gegenteil:
- „Make it in Schramberg“ (50.000 EUR + 1 Vollzeitstelle): KI-Workshops mit überregionaler Ausstrahlung (70+ Teilnehmer, Silicon-Valley-Experten), INSIGHT-Format in Unternehmen, Radio-Tag
- Bestandspflege: Unternehmensveschper (~100 Teilnehmer), Unternehmertreff bei Trumpf Laser, Azubi-Speed-Dating
- Innenstadtbelebung: Pop-up-Stores (mietfrei für 1–3 Monate), Woolworth-Vermittlung am Narrenbrunnen, Norma in Waldmössingen
- H.A.U.-Gewerbepark: ~10.000 m², 80% Belegung, 430.000 EUR Mieteinnahmen — aber 10 Mio. EUR Sanierungsstau
- IKGI-Erweiterung: 147.400 m² neues interkommunales Gewerbegebiet mit Dunningen einstimmig beschlossen
Das Kernproblem ist nicht die Wifö-Arbeit, sondern die Rahmenbedingungen:
- Madenwald: 2020 erschlossen, 3,5 Jahre leer, B-Plan erst Ende 2024 rechtskräftig
- Innovationspark Schießäcker: Könnte am Wasserrecht scheitern („faktisch größtenteils Bauverbot“ in Schutzzone III)
- STEP 2040 vom Gemeinderat blockiert
- Gutachter B+P (2022) monieren Doppelstrukturen zwischen Wifö und Gebäudemanagement — nicht umgesetzt
- HGV-Vorsitzender Bett (220 Mitglieder): „Wir wünschen uns, dass Wirtschaftsförderpolitik aktiver angegangen wird.“
Die Wifö organisiert Workshops und vermittelt Einzelhandel, während die produzierenden Firmen nach Dunningen ziehen, weil dort Flächen da sind. Ein strukturelles Dilemma, das kein Workshop löst.
Quellen Wirtschaftsförderung & fehlende Zuwanderung
Dunningen — der Gewinner
Während Schramberg Firmen verliert, baut Dunningen systematisch auf. BM Peter Schumacher (seit 2017) hat eine klare Strategie — und die Zahlen geben ihm recht.
340%
Hebesatz seit 2005
„Klares Signal an die Wirtschaft“
×3,3
GewSt-Verdreifachung
2,4 Mio. (2016) → 8 Mio. (2026)
Geringste
Verschuldung im Kreis
~675.000 € Kernhaushalt
7+ Firmen
angesiedelt
Davon 3 ex-Schramberg
Dunningens Rezept
1
Immer verfügbare Flächen
Kirchöhren-Nord sukzessive erweitert (2018, 2020), direkt an B 462. Industriepark Seedorf/Waldmössingen interkommunal, 15,54 ha, 40 EUR/m².
2
Proaktive Investitionsbereitschaft
„Wir investieren erst 1,5 Mio. EUR, bevor ein Euro Gewerbesteuer zurückkommt.“
3
Service-Mentalität
„Der Umgang mit ansiedlungswilligen Firmen verlangt großes Fingerspitzengefühl.“ — Kümmerer statt Verwalter.
4
Stabile Rahmenbedingungen
Hebesatz seit 2005 unverändert. Geringste Verschuldung im Landkreis. Berechenbar für Unternehmen.
„So manche Firma in der Umgebung frage sich inzwischen, ob der alte Standort für eine eventuelle Erweiterung des Unternehmens noch der richtige sei.“
— BM Peter Schumacher, Dunningen (Schwabo)
Quellen Dunningen
Methodik & Einordnung
Geschätzte entgangene Gewerbesteuer: 1–3 Mio. EUR/Jahr
Diese Schätzung ist bewusst als Bandbreite formuliert. Gewerbesteuer hängt vom Gewinn ab, nicht direkt von der Mitarbeiterzahl. Aber es gibt klare Indizien:
- Korrelation Dunningen: GewSt stieg parallel zu Firmenansiedelungen von ~2,4 Mio. (2016) auf 8 Mio. (2026) — ein Plus von ~5,6 Mio. EUR in 10 Jahren
- Nicht alles ist Schramberger Verlust: Organisches Wachstum bestehender Dunninger Firmen spielt auch eine Rolle
- Konservative Schätzung: 1–3 Mio. EUR/Jahr entspricht 6–18% des aktuellen GewSt-Planansatzes (16,6 Mio. EUR)
Quellenlage
Dieses Dossier basiert auf 44+ verifizierten Presseartikeln (NRWZ, Schwarzwälder Bote), dem Realsteuervergleich 2024 und GENESIS-Online des Statistischen Landesamts BW, Haushaltsplänen und offiziellen Angaben der Gemeinden Schramberg und Dunningen. Die Gewerbesteuer-Zeitreihe 2009–2029 wurde aus amtlichen Quellen und Presseberichten rekonstruiert. Alle URLs wurden über Brave Search verifiziert.
Was dieses Dossier nicht kann
- Exakte Gewerbesteuer einzelner Firmen beziffern (Steuergeheimnis)
- Zwischen Konjunktur und Abwanderung exakt trennen
- Zukünftige Entwicklungen vorhersagen
- Historische Gemeinde-Einzeldaten vor 2024 amtlich belegen (Stat. LA veröffentlicht Realsteuervergleich nur für das aktuelle Jahr; ältere Jahrgänge wären nur per Datenbankzugang oder Direktanfrage verfügbar)
Hinweis: Dieses Dossier wurde am 27. Februar 2026 durch systematische Presserecherche und Auswertung amtlicher Statistiken erstellt. Alle Analysen sind KI-generiert. Bei kommunalpolitischen Entscheidungen immer die
offiziellen Quellen der Stadt Schramberg konsultieren.